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Literarische Abende 2010

"Literatur lernt sprechen", "Buch und Bücher": Gesprächsabende



Literatur lernt sprechen

Ein literarischer Abend zum Abitur 2010

mit einer Projektgruppe der K 13 und Gästen.
Leitung: OStR Matthias Ferber


Hier ein bebilderter Rückblick auf dieses literarisch-szenische Ereignis:

"Literatur lernt sprechen" versammelt Abiturientinnen und Abiturienten
in den wenigen Wochen zwischen Prüfungsende und Schulentlassung
für ein Projekt zum Abschluss der gemeinsamen Schulzeit auf freiwilliger Basis.
In der so entstehenden Gruppe werden Lieblingstexte der Absolventen für die Bühne aufbereitet ...
Zugleich versteht sich "Literatur lernt sprechen" als Plattform
für literarische Arbeitsergebnisse aus der Unter- und Mittelstufe.
All dies zeigt das Selbstverständnis des Gymnasiums bei St. Stephan
als sprachlich-kulturelles Gymnasium.

(Aus dem Programmheft)


Von Agenten umzingelt: die Bildung. Verbrechensbekämpfung zum Schutze selbiger setzte eindrucksvoll, gekonnt und brillant eine erstaunlich und erfreulich große Schar begeisterter Literaturfans und Schauspieltalente der K 13 und der Mittelstufe in Szene. Einige Facharbeiten fanden dabei einen gebührenden Auftritt; erarbeitet und und mit spritzigen Ideen garniert wurde das Programm von den jungen Leuten selbst, das Ganze unter der bewährten Leitung von OStR Matthias Ferber und der Tanzeinstudierung von StRin Tanja Stegmann.


"Du hängst an meinen Lippen wie Sekundenkleber" (Facharbeit Deutsch) und
"Weiße Nächte" von Dostojewski: Dialogszenen in Ensemble-Choreographien



Monologe - für Violine und Sprecher. Hier: Dea Loher, Das letzte Feuer - Terroristin Edna


Atomistisches Gipfeltreffen: Demokrit, Heraklit, Parmenides (Facharbeit Griechisch) und
Slam-Lyrik: "Krisen der Finanz" (Facharbeit Englisch)



"Fort-Bildung" durch den Agenten für Agenten --- Trio (arr. von Max Moll nach Léo Delibes) zum ... ... Tanz der Coppelia, eines Automaten-Menschen


Die Fromme Helene; Wilhelm Busch in szenischem Spiel, Pantomime und Bildprojektion


Getanzte Lyrik: Hermann Hesse, "Im Nebel" und Ingeborg Bachmann, "Reklame"


Lk Kunst und Charlie Chaplin: "Als ich mich selbst zu lieben begann ..." und "Ich muss mit dir reden" - Thema mit Variationen als Mini-Dramolette -
ein Projekt aus der Mittelstufe


"Fräulein Else" von Arthur Schnitzler - ein "innerer Monolog"


"Der Herbst des Patriarchen" von Gabriel García Márquez (LK Deutsch) und
Stummspiel als Eigenkreation des Ensembles


Tiergedichte von Christian Morgenstern


Wo Bildung in Gefahr ist von "Agenten" mundtot gemacht zu werden, muss Literatur eben selbst sprechen lernen. Sie hat es an diesem Abend eindrucksvoll getan: mündlich und körperlich, künstlerisch und musikalisch.
Ein kurzweiliger, sehr bereichernder Abend mit hochverdient großem Applaus für alle Akteure!









Goethes Hinrichtung

Autorenabend mit Viktor Glass

Donnerstag, 15. Juli 2010, 19.30 Uhr im Klostergarten St. Stephan




Man lasse sich nicht verwirren: Goethe wurde nicht hingerichtet! In Viktor Glass’ Roman "Goethes Hinrichtung" geht es um die Geschichte der Anna Katharina Höhn, die 1783 wegen der Tötung ihres Neugeborenen in Weimar verurteilt und mit dem Schwert vom Leben zum Tode gebracht wurde.
Viktor Glass entwickelt die Geschichte der Schwangerschaft, Kindstötung, Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung Höhns parallel zur Biografie Goethes in diesen Monaten: Zwei Welten auf engstem Raume, die sich beißen und gegenseitig erhellen – Idealität und Wirklichkeit des Dichterfürsten, der die Hinrichtung der bemitleidenswerten Dienstmagd als wichtiger Berater des Weimarer Herzogs allzu gern verhindert hätte …



Ein bebilderter Rückblick auf diesen zweiten Höhepunkt
des diesjährigen Literatursommers bei St. Stephan:


Viele kamen zu Goethes Hinrichtung in den Klostergarten. Aber hier wurde niemand exekutiert. Der Autor verstand es, mit der Lesung ausgewählter Textpassagen aus seinem Buch ein detailreiches, lebendig-lebensnahes Bild von den Verhältnissen im Alltag Goethes und der Anna-Katharina Höhn zu zeichnen und dabei das Weimar der Hofbeamten und der Stallmägde, der Lust und Vergewaltigung, der Etikette und des Sich-Auslebens unter die Haut gehend, drastisch und spannend erstehen zu lassen.




Bereitwillig gab der Autor (mit Pseudonym Viktor Glass) Auskunft über seine sehr umfangreichen Recherchen und den Werdegang dieses Romans, der auf dem Hintergrund heutiger Kindsmordsprozesse gerade auch dem zugrunde liegenden persönlichen Elend und psychischem Ausnahmezustand einfühlsam nachgeht.
Mit ihren meditativ-eindringlichen Saxophon-Einlagen vermochten zwei Schüler die Gefühlslagen auch klanglich einzufangen und zu verdichten.




Es spricht für den Autor, dass die den Abend zu beherrschen drohenden Stechfliegen-Attacken dem gespannt lauschenden Publikum je länger je mehr aus dem Bewusstsein gerieten.



  Einen Artikel in der Augsburger Allgemeinen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier
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12.06.2011 21:24:48 Uhr

 
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