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Allgemeines Fazit

Ein Wort zur Weltlage vom 6.12. bis 9.12.2004 aus der Sicht eines teilnehmenden Beobachters:

POLIS erwies sich nach anfänglicher Skepsis, welche des Sozialkundelehrers Erbteil ist, als ein faszinierendes Projekt, wovon wir Provinzpädagogen nur träumen konnten.

Während wir uns durch die Mühen der schulischen Alltagsebene schleppen, wie Detlev der Dackel durch die Wüste Gobi auf der Suche nach einem Baum, boten die vier Tagen den Schülern lebendigste Anschauung, was Weltpolitik wirklich bedeutet:
Der offene und versteckte Kampf um Macht, Einfluss und der ständige Zwang auf veränderte Situationen zu reagieren.

Durch die konsequente Einhaltung der ökonomischen Vorgaben, die von den beiden Jugendoffizieren mit militärischer Strenge erzwungen wurde - ein Vorgehen, welches am dritten Tag zu clandestinen, beleidigten Gemaule einzelner sensibler Seelen jederlei Geschlechts führte - wurde allen Teilnehmer sehr schnell klar, dass Politik mehr ist, als für Konferenzfotos posieren, Stoff für Stammtisch-Analysen zu liefern und unverdiente Diäten zu verzehren.

Nachdem einmal das Procedere der Simulation bekannt und begriffen war, entwickelte sich eine weltpolitische Eigendynamik von verblüffender Konsequenz.
Das merkte man nicht zuletzt bereits auf der Rückfahrt von Lagerlechfeld nach St. Stephan am Ende des Tages: anstatt lasch aus dem Fenster zu starren oder mit leicht debiler Introvertiertheit den Klängen eines MP3-Players zu lauschen, bildeten sich spontan Arbeitsgruppen IM BUS, die bereits für das nächste "Haushaltsjahr" (also den folgenden Tag) mit großer Emotion und Verve Kompensationsgeschäfte, künftige Verträge und innenpolitische Strategien aushandelten.
Auch der betreuende Fachlehrer, der blindes Vertrauen in seine 11b setzte, und deshalb auch gerne sich in die Bundeswehrkantine zu einem Käffchen und einem lecker Pfeifchen zurückzog, nahm zunehmend Anteil am Schicksal der Welt und betete, dass meine Leute sich gegen den hochmotivierten, sympathisch geleiteten Leistungskurs SK/K13 des Holbein-Gymnasiums unter Frau Hettenkofer behaupten konnten. Das gelang ohne größere Schwierigkeiten.. Ein Stephaner kennt keinen Schmerz und kann jederzeit mit einem LK Sozialkunde um die Weltherrschaft ringen.

Insgesamt haben die 4 Tage allen viel Spaß gemacht und könnte man den Jugendlichen in dieser anschaulichen, spannenden und seriösen Weise Politik auch in unserem 1stündigen Fach Sozialkunde im Klassenzimmer vermitteln, dann sähe einiges anders aus: um die politische Allgemeinbildung, die Kurswahl in der Kollegstufe und das "Schicksal der Menschheit", wenn es unter die verantwortungsvollen Hände unserer Stephaner gefallen ist.

(Dr.R.)

Letzte Änderung dieser Seite:
25.07.2005 11:41:41 Uhr

 
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