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Mitgliederversammlung 2005
Datum: 15. April 2005
Uhrzeit: 19.15 bis 19.45 Uhr
Ort: Kleiner Goldener Saal, Jesuitengasse, Augsburg
Teilnehmer: ca. 80 Personen

Tagesordnungspunkt 1: Bericht des 1. Vorsitzenden
Der 1. Vorsitzende Dr. Pater Egino Weidenhiller begrüßt die Anwesenden im erst letzte Woche eröffneten Kleinen Goldenen Saal, der nun dem Gymnasium bei St. Stephan wieder für festliche Veranstaltungen zur Verfügung steht - ein Privileg, das auf der Tafel über der südöstlichen Tür "verbrieft" ist.

Ab sofort werden die Abiturzeugnisse wie bis vor zehn Jahren in dieser prachtvollen Umgebung verliehen. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich nun nicht mehr mit einer Postkartenmappe mit Motiven des Saales begnügen, die in der Ersatzaula, der Turnhalle des Gymnasiums, den Abiturientinnen und Abiturienten als Geschenk überreicht wurde.
Der Saal befindet sich noch heute im Besitz der Kath. Studienstiftung, verwaltet von der Stadt Augsburg. Pater Egino erinnert an den 1941 erfolgten Verkauf der zugehörigen Wälder an die Stadt Augsburg, gleichsam ein Zwangsverkauf. Kunst und Architektur sind Gegenstand des Festvortrages von Prof. Weißhaar im Anschluss an den offiziellen Teil des Abends.
Pater Egino stellt kurz die Schwerpunkte des Fördervereins im letzten Jahr dar: der Fachbereich Naturwissenschaften, vor allem mit Computerausrüstung unterstützt, die Bibliothek oder das Dramatische Gestalten. Pater Gregor hat einige mit den Mitteln des Fördervereins erworbene Gegenstände in einer Fotodokumentation im Foyer zusammengestellt. Darüber hinaus ist es auch ein besonderes Anliegen, die soziale Komponente nicht zu vernachlässigen und in Notsituationen zu helfen. Kurzum: der Förderverein bemüht sich, das Beste mit dem Geld zu machen.
Pater Egino bedankt sich im Namen des Fördervereins für die großzügige Hilfe und hofft auch weiterhin auf Spenden.
Zusätzliche Anträge zur Tagesordnung sind nicht eingegangen.

Tagesordnungspunkt 2: Bericht des Schatzmeisters
Herr Thum berichtet über die äußerst positive finanzielle Lage des Vereins, eine Liste mit detaillierter Nennung der einzelnen Konten wurde den Anwesenden übergeben. Im laufenden Jahr 2005 stehen neben heute verfügbaren Barmitteln in Höhe von ca. 20.000.- Euro noch ca. 20.000.- Euro aus Mitgliedsbeiträgen zur Verfügung. Insgesamt konnte innerhalb der letzten vier Jahre die stolze Summe von ca. 120.000.- Euro ausgeschüttet werden.
Der derzeitige Mitgliederstand beträgt 507 Personen, im Vorjahr waren es 486 Mitglieder.

Tagesordnungspunkt 3: Bericht der Rechnungsprüfer
Herr Bader, stellvertretend für die Rechnungsprüfer, verweist auf die vorgenommene Begutachtung und bescheinigt Herrn Thum eine wie immer vorbildliche Buchführung. Insbesondere bedankt er sich im Namen des Vorstandes auch bei Frau Thum.

Tagesordnungspunkt 4: Beschlussfassung über den Bericht der Rechnungsprüfung
Tagesordnungspunkt 5:Entlastung des Vorstandes
Es wurden keinerlei Einwände erhoben, diese beiden Tagesordnungspunkte zusammenzufassen. Ohne Gegenstimme wurden per Handzeichen der Bericht der Rechnungsprüfung akzeptiert und der gesamte Vorstand entlastet.
Im Anschluss bedankt sich Herr OStD Franz Lettner im Namen der Schüler/innen und der Lehrer/innen für die Unterstützung des Fördervereins. Als kleines Dankeschön der Schüler kündigt Herr Lettner eine musikalisch-literarische Betrachtung des Deckenfreskos nach dem Vortrag von Professor Weißhaar an. Es soll zeigen, dass der Saal selbst mit seiner großen Theatertradition noch heute motiviert.

Abt Dr. Emmeram Kränkl greift in seinem Grußwort den Inhalt der Wandinschrift über der nordöstlichen Saaltür auf, in der auf die Gründung der Marianischen Kongregation verwiesen wird. 1837 ging diese Kongregation auf die Benediktinerabtei über und besteht bis heute. Die Geschichte dieser Kongregation wurde in der Festschrift von Theodor Rolle mit dem Titel "Heiligkeitsstreben und Apostolat, Geschichte der Marianischen Kongregation am Jesuitenkolleg St. Salvator und am Gymnasium der Benediktiner bei St. Stephan in Augsburg 1589-1989" aufgearbeitet. Jeder Besucher der Versammlung hat großzügigerweise ein Exemplar dieser Schrift erhalten.

Tagesordnungspunkt 6: Sonstiges
Da keine weiteren Fragen oder Anregungen auftauchen, wird der offizielle Teil der Versammlung von Pater Egino beendet.

Nach einer kurzen Pause folgt der Vortrag von Prof. Franz Bernhard Weißhaar: "Der Kleine Goldene Saal in Augsburg eine AULA REGIA der Stephaner". Die Baugeschichte, untrennbar mit der Geschichte der Jesuiten in Augsburg verbunden, wird dem Zuhörer lebendig vor Augen geführt: Mit seiner von angesehenen Künstlern des süddeutschen Rokoko bravourös inszenierten Thematik wollten die Jesuiten von St. Salvator im 18. Jahrhundert die Schüler ihres Gymnasiums festlich gestimmt heranführen an die von den Propheten des Alten Bundes geschauten Bilder von Gottes rettendem und Heil stiftendem Handeln. Eine besonders intensive Betrachtung erfahren die Deckenfresken von Matthäus Günther. "In unserem Augsburger Kongregationssaal gibt Günther (... ) einem Engel gleichsam den Auftrag, den schweren grün-dunklen Vorhang hochzuraffen und damit den Blick auf das Bild des göttlichen Erlösungsratschlusses freizugeben. Revelatio - Entschleierung, Offenbarung geschieht hier auf anschaulichste Weise; und zum Kontrast der Draperie erscheint in summa luce, im höchsten Licht die Allerheiligste Dreifaltigkeit inmitten musizierender Engelsscharen. (... ) Die terrestrische Zone des großen, die Himmel auftuenden Deckenbildes entfaltet Günther an der östlichen Schmalseite und den Längsseiten. Auf der steinernen Brücke tritt der Prophet Jesaia, begleitet von seinem Sohn Scheariaschub dem König Achas von Juda und Jerusalem entgegen, um ihm die weit über die Probleme der aktuellen Tagespolitik hinausreichenden heilsgeschichtlichen Perspektiven im Auftrag Gottes kundzutun. (... ) Die Schauseite des keilförmigen Gewölbeschlusssteines der unteren Brücke trägt die Inschrift "ECCE VIRGO CONCIPIET - ISAIAS C. VII" ("Siehe die Jungfrau wird empfangen") und verweist mit diesem Prophetenwort auf den kanonischen Titel der Kongregation von der Verkündigung an Maria." Prof. Weißhaar schließt seinen spannenden und kurzweiligen Vortrag mit den Worten: "Hier werden nun die jungen Stephanerinnen und Stephaner in Gesängen und Dichterworten die Botschaft vom Emmanuel in der Neuen Heilszeit erleben lassen."
Die Schülerinnen und Schüler betreten die Bühne und stellen die oben erwähnte Szene des zentralen Deckenfreskos dar. Der König mit Begleitung und Schleppenträgern verharrt starr, während der Chor im Hintergrund an gregorianische Choräle erinnernde Klänge anstimmt. Zwei Schüler in der Rolle von Besuchern diskutieren über die Szene an der Decke und begeben sich langsam zur Bühne. Die aufgestellte Szenerie wird zum Leben erweckt. Der Chor rundet die musikalisch-literarische Betrachtung ab. Großer Beifall würdigt die gesangliche und darstellerische Leistung der Schülerinnen und Schüler.

Den vollständigen Wortlaut des Festvortrages finden Sie hier.

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